Interdisziplinäre Therapiestützpunkte

Ein Indikationsorientierter Therapiestützpunkt (ITS) besteht in der Regel aus einer Gruppe von 7 – 10 Kindern. Die Gruppen werden jeweils nach Alter und Indikation zusammengestellt und von einem Stützpunktleiter mit pädagogischer oder therapeutischer Grundausbildung geleitet. Jeder Stützpunktleiter begleitet die Kinder als so genannter „Bezugstherapeut“ bei vielen Gruppentherapien, die von entsprechenden Fachtherapeuten angeboten werden (z. B. Sprachtherapeuten, Sporttherapeuten, Ergotherapeuten u. a.) und führt eigene Therapieeinheiten (z. B. Konzentrationstraining, Wahrnehmungstraining, Training sozialer und emotionaler Kompetenzen, etc.) durch. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit der Ärzte, Therapeuten und Lehrer gelingt die optimale Diagnostik und Therapie der Patienten.

Innerhalb der ITS besteht neben der direkten Zusammenarbeit mit den Mitarbeiten des therapeutischen Dienstes auch ein enger Austausch mit den übrigen Klinikbereichen (ärztlicher Dienst, psychologischer Dienst, Pflegedienst, Ernährungstherapie, Sozialpädagogik, sonderpädagogisches Förderzentrum, Verwaltung). Der Informationsaustausch läuft sowohl über Einzelgespräche, als auch über bereichsinterne und fachübergreifende Team-Sitzungen.

Zielstellung ist, die Individualität jedes einzelnen Patienten zu fördern, Defizite auszugleichen, die Persönlichkeit zu stärken, Ausgangspunkte zu schaffen für eine physische, psychische, soziale und emotionale Stabilität. Die umfassende Diagnostik und individuell abgestimmten Therapiepläne sind wichtige Module der Behandlung. Darüber hinaus wird großer Wert darauf gelegt, den Patienten und Begleitpersonen altersgerecht umfangreiches Wissen über die Krankheit zu vermitteln, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und besonders bei chronischen Erkrankungen die Selbstständigkeit soweit wie möglich zu fördern.

Im Rahmen der ITS werden sowohl Kleinkinder und Kindergartenkinder als auch Schulkinder ganzheitlich und zielgerichtet gefördert. Folgende Indikationen werden schwerpunktmäßig behandelt:

Entwicklungsstörungen, Sprachentwicklungsstörungen, spezielle neurologische und orthopädische Erkrankungen, AD(H)S, sowie Atemwegserkrankungen, Adipositas und Hauterkrankungen.

Auf der Grundlage der ärztlichen Verordnung und unter Berücksichtigung der Diagnose, des Entwicklungsprofils und der Anfangsdiagnostik wird ein Behandlungsplan erstellt und die geeigneten Therapiemaßnahmen ausgewählt.

Ergänzend zu den Gruppentherapien erhalten die Kinder je nach Verordnung des ärztlichen Dienstes Einzel- bzw. Kleingruppentherapien.

Die ITS werden je nach Diagnoseschwerpunkt der Therapiegruppe von folgenden Berufsgruppen geleitet:

  • Dipl. Pädagogen, Dipl. Sozialpädagogen, Dipl. Heilpädagogen, Heilpädagogen
  • staatlich anerkannten Erziehern
  • Grundschullehrern
  • Dipl. Ergotherapeuten, Ergotherapeuten

Um eine weitere optimale Förderung im Anschluss an den Klinikaufenthalt zu ermöglichen, nehmen die Eltern an indikationsorientierten Schulungen teil. Dort werden Ihnen theoretische Grundlagen vermittelt und sie erhalten praktische Anleitungen von den Therapeuten der einzelnen Fachbereiche. Zu Beginn der Rehabilitationsmaßnahme findet ein Einführungsgespräch mit den Eltern statt. Im weiteren Verlauf besteht täglich die Möglichkeit zum gegenseitigen Informationsaustausch. In den Einzelgesprächen und der ärztlichen Visite werden Hilfestellung und Beratung in Bezug auf Erziehungsfragen, Diagnostik, Förderungsmöglichkeiten, krankheitsspezifischen Fragestellungen sowie zum organisatorischen Ablauf gegeben. Die Begleitpersonen haben die Möglichkeit, im Rahmen der Therapie zum Anfassen, der Mit-Mach-Mama und dem Wochenendprogramm aktiv an den Therapien teilzunehmen.

Kontakt

Klinik Hochried
Zentrum für Kinder,
Jugendliche und Familien
Hochried 1 - 12
82418 Murnau


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