Patientenberichte

Wer kennt diese Prozedur nicht? Kinderarzt, Therapeut, Antrag ausfüllen und warten. Dann endlich Post und ... Absage. Widerspruch einlegen, hoffen und bangen und ... Zusage. Der Brief von Klinik Hochried kommt mit sämtlichen Seiten, der Termin steht fest - jetzt noch einige Erledigungen, Koffer packen und los geht es in die Ungewissheit des Klinikalltages. Und, wir werden nicht enttäuscht. Inmitten einer wundervollen Landschaft taucht das Schild 'Klinik Hochried' auf. Mehrere Häuser sind auf dem Klinikgelände zu sehen, doch alles ist sehr gut beschildert. Dann das weitere Prozedere mit Aufnahme, Zimmer anschauen, auspacken und endlich ... Pause und Ruhe. Doch alles ist am Anfang sehr spannend. Jetzt geht es auf Erkundungstour - und das ist hier ein wahres Erlebnis. In nur wenigen Tagen fühlen wir uns wie zuhause.

Daniel, unser Sohn, knapp 12 Jahre alt, leidet unter Selektiven Mutismus. (In der gewohnten Umgebung bei uns Eltern, Oma und Opa, ist Daniel ungezwungen, locker, fröhlich, lacht, weint, zeigt sich mit all seinen Emotionen und nach außen kann er seine Emotionen nicht zeigen und wirkt daher schüchtern, obwohl das mit der normalen Schüchternheit nichts zu tun hat. Wird er etwas gefragt, kann es sein, dass er keine Antwort gibt. Das wird von der Außenwelt gedeutet, als ob er nicht möchte oder schlecht erzogen ist.) Die meisten Eltern, die mich fragen, weshalb wir hier sind, wissen nicht, was dies bedeutet. Doch zu meiner Überraschung wissen hier die Ärzte, Therapeuten, u.a. gut darüber Bescheid, so dass ich hier sehr gut aufgehoben bin. Gerade bei diesem Krankheitsbild fühle ich mich als Mutter oft im Stich gelassen, da wenig Menschen darüber etwas wissen, obwohl viele Kinder davon betroffen sind. Leider ist es oft ein langer Weg, bis diese Störung erkannt wird. Aber dies sei nur am Rande erwähnt.

Ich bin schon mit einem merkwürdigen Gefühl hier angereist. Wie wird alles sein? Wie sind die Zimmer, das Essen, die Therapien, das Personal und vor allem, wie sind die Menschen, mit denen ich erst mal sechs Wochen auf einer Station klarkommen muss? Daher habe ich mir auch jede Menge Bücher und Bastelutensilien mitgebracht, da ich mich schon darauf eingestellt habe, dass ich die Abende mit Daniel alleine auf dem Zimmer verbringen werde. Aber das ging wohl sehr daneben, denn ich wurde absolut positiv überrascht.

Von Montag bis Donnerstag ist der Tagesablauf kontinuierlich. Frühstück gibt es von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr. Von 8.45 Uhr bis 12.05 Uhr ist Schule, integriert mit verschiedenen Therapien. Mittagessen von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr. Um 14.15 Uhr bis 15.45 Uhr finden dann die verschiedenen Stützpunkte statt. Zwischendurch gibt es noch Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Bewegungsbecken, u.a.. Freitag um 12.05 Uhr ist dann Wochenende angesagt.

Am Wochenende bieten sich dann viele Möglichkeiten, die freie Zeit sinnvoll und angenehm zu verbringen. Zweimal pro Durchgang (6 Wochen) finden Fahrten von der Klinik aus - auf eigene Kosten - statt. Einmal wird eine Münchenfahrt angeboten (entweder: Tierpark Hellabrunn, Deutsches Museum oder Fussgängerzone) und eine Alpenfahrt (Oberammergau, Schloss Linderhof, Kloster Ettal und Garmisch-Partenkirchen). Der Ort Murnau ist zu Fuß in ca. 30 Minuten zu erreichen. Der Rückweg dauert dann etwas länger, denn es heißt nicht umsonst Klinik HOCHried. An Wochentagen fährt ein Klinik-Shuttle kostenlos zum Stadtzentrum Murnau (einmal täglich von 9.15 Uhr, Rückfahrt ist um 11.00 Uhr, zusätzlich noch am Freitagmittag um 14.00 Uhr, Rückfahrt 16.00 Uhr). Oberammergau, Garmisch-Partenkirchen, München und noch einige Städtchen sind mit der Bahn gut zu erreichen (allerdings ist der Bahnhof in Murnau - ca. 30 Minuten zu Fuß). Mit dem Auto ist man hier auf jeden Fall etwas unabhängiger, wenn man von den Bezinkosten einmal absieht. Auf eigene Faust gibt es die Möglichkeiten einer Kutschfahrt durch das Murnauer Moos, eine Schiffsrundfahrt auf dem Staffelsee (7,7 km²), den Staffelsee mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu umrunden (22 km), auf das Hörnle in Bad Kohlgrub mit der Hörnle-Bahn, um nur einige Ziele dieser wunderschönen Landschaft im Bayerischen Oberland zu nennen. Gerade im Sommer ist der Staffelsee gut zum Entspannen und zum Schwimmen geeignet. Es gibt ein Seefreibad und sogar einen klinikeigenen 'Strand' (etwas klein, aber durch den Wald von der Klinik in 5 Minuten zu erreichen). Die Sonnenuntergänge über dem See sind ein Erlebnis und erinnert an einen schönen Aufenthalt.

Die Zimmer sind einfach, aber geschmackvoll, mit eigener Dusche, WC und Telefonanschluss, eingerichtet. Der Gemeinschaftsbereich besteht aus einem Fernsehraum und einer Küche. Ebenso stehen Waschmaschine und Trockner gegen Gebühr, außerdem Bügeleisen und -brett, zur Verfügung. Uns soll es ja hier nicht langweilig werden. Bettwäsche und Handtücher werden zur freien Verfügung gestellt und gewaschen. Abends, wenn die Kinder zu Bett sind, treffen sich die Mütter oder Väter zum 'geselligen Beisammensein' in der Küche, im Fernsehraum oder bei schönem Wetter auf der Dachterrasse - natürlich nur, wer das möchte. Wir haben intensive Gespräche geführt, gespielt, gelacht oder auch Sorgen und Probleme miteinander geteilt. Obwohl auf einer Station die Kinder mit breit gefächerten Diagnosen in der Klinik sind (z.B. ADS, ADHS, Stoffwechselerkrankungen, Morbus Crohn, Mukoviszidose, Frühgeburten, Neurodermitis, Skoliose, Entwicklungsverzögerungen, Schlaganfall, o.a.), haben wir Mütter und Väter uns sehr gut verstanden. Natürlich sind auch die Kinder gut miteinander umgegangen. Es gibt keine Hänseleien, wie z.B. an heimischen Schulen oder Kindergärten, denn hier wissen alle, dass sie eine 'Krankheit' haben, weshalb sie hier sind. Alle Mitarbeiter sind an einem guten Miteinander interessiert und fördern das in allen Fällen, selbst bei uns Erwachsenen. Taucht ein Problem oder eine Unstimmigkeit auf, so kann man sich sofort an eine Sozialpädagogin der Station wenden. Sie hilft von der kleinsten Lapalie bis hin zum persönlichen Problem.

Für Begleitmütter oder -väter gibt es eine Reihe von Beschäftigungsmöglichkeiten in der Freizeit. Die Turnhalle in Haus C und das Schwimmbad stehen zu bestimmten Zeiten zur Verfügung (jeden Abend ab 20.30 Uhr dürfen Begleitpersonen das Schwimmbad benutzen ohne Kinder und nie allein, wegen der Unfallgefahr). Weiterhin kann man sich in Listen eintragen für Medizinisches Muskelaufbautraining, Ergometer (zweimal wöchentlich) und Sauna. Am Freitagmorgen lädt Frau Höck, die gute Seele des Hauses, zum Kreativen Gestalten ein. Von Serviettentechnik, Aquarellmalen bis hin zu den tollsten Motiven der Stoffmalerei taucht man in die Welt der Entspannung ein. Die entstehenden Kunstwerke versetzen die Kinder und die Familien später in Staunen. Ebenso werden Massagen kostenpflichtig angeboten.

Je nach Verordnung des Arztes gibt es aber auch Termine, zu denen man gehen muss. Das sind z.B. je nach Krankheitsbild des Kindes: Asthma-, Neurodermitis-, EWS-Schulung (Entwicklungsstörung), ADHS-Schulung, Gesunde Ernährung, Vorträge des Chefarztes Dr. Mayer, Therapien zum Anfassen und Triple P (Positives Erziehungsprogramm für Eltern). Begleitkinder, ab 3 Jahre, können den hausinternen Kindergarten besuchen. Für die kleineren Kinder wird, bei Bedarf, eine Krabbelgruppe angeboten. Schulpflichtige Begleitkinder können zu einer Freizeitbetreuung (kein Schulunterricht) gehen, wenn auch wirklich Bedarf besteht.

Auf den einzelnen Stationen wird überwiegend darauf geachtet, dass altersmäßig Jungen und Mädchen mit ähnlichem oder gleichem Krankheitsbild zusammen wohnen. Es gibt Stationen, auf denen die Kinder zusammen mit ihrer Mutter oder mit dem Vater wohnen (MuKi = Mutter-Kind-Station) und es gibt spezielle Kinderstationen, wo die Kinder alleine untergebracht sind und von zwei bis drei Mitarbeitern betreut werden. Auf jeder Station ist der Ablauf ein wenig anders, so dass ich in diesem Bericht nur unseren Aufenthalt auf der T-Station (Therapiezentrum) geschildert habe. Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass alle Stationen, Häuser und die Schule durch unterirdische Gänge zu erreichen sind. Dies erleichtert den ganzen Tagesablauf, gerade dann, wenn das Wetter nicht so mitspielt. Davon ausgenommen ist das Torhaus am Anfang des Geländes.

Ich bin am Ende meines Berichtes angekommen und wir treten die Heimreise an - mit einem lachenden und weinenden Auge. Unser Auto ist auf der Rückfahrt noch um einiges schwerer. Im Gepäck haben wir viele gebastelte Kunstwerke von Daniel und mir. Unsichtbar, doch von unschätzbarem Wert, sind die Erfahrungen, die Energie, die Kraft, die Motivation, den Mut, neue Dinge anzugehen, die intensive Gespräche und die neuen Ziele für das Leben nach dem Klinikaufenthalt in Hochried. Allen Ärzten, Therapeuten und Mitarbeiten sage ich ein ganz herzliches Dankeschön für die gute Unterstützung und Betreuung, die wir hier erfahren durften.

 

Hi

Unsere Namen sind Lisa und Chantal. Wir sind 14 und 15 Jahre alt.

Von klein auf sind wir übergewichtig. Unser Höchstgewicht war bis zu 110 kg. Da wir Übergewicht haben, haben wir auch andere Beeinträchtigungen wie Bluthochdruck und Kopfschmerzen.

Seit 5 Wochen sind wir nun in der Klinik Hochried und konnten gut an uns und unseren Körpern arbeiten. Wir beide haben ca. 9 Kilo abgenommen, wodurch auch unsere Ausdauer mit zusätzlich viel Training besser wurde. Hier haben wir gelernt, wie man sich am Besten ernährt und seinen Körper richtig trainiert. Unser Ziel ist es, noch ca. 15 Kilo abzunehmen. Wir glauben daran, dass wir das, was wir hier gelernt haben, zu Hause umsetzen können und somit sehr stolz auf uns selbst sein können. Wir sind den Mitarbeitern dieser Klinik sehr dankbar dafür, dass sie uns so viel beigebracht hat. Unsere Therapeuten und Betreuerinnen haben uns dabei sehr unterstützt und motiviert, wofür wir sehr dankbar sind.

Lisa und Chantal

 

Hallo! Unsere Namen sind Alissa und Wiebke. Wir sind in der Klinik Hochried, um abzunehmen. Unser Anfangsgewicht betrug 86,6 kg und 106,9 kg. Wir wollen unbedingt abnehmen, damit wir uns in unserem Körper wohler fühlen. Wir möchten keine abweisenden Sprüche mehr hören und unser Selbstbewusstsein stärken.

Am Anfang haben wir uns nicht so wohl gefühlt, da wir in der Klinik keinen kannten und uns erst einmal kennenlernen mussten. Die ganze Gruppe hatte das Ziel abzunehmen. Wir tauschten Erfahrungen aus und bemerkten, dass alle dasselbe Problem hatten. In der ersten Woche war der Sport noch ziemlich anstrengend, aber nach und nach wurde es immer besser. Der Gang zur Waage war sehr aufregend. Hat man abgenommen oder nicht?

Wir hatte auf einmal kein Verlangen mehr nach Süßem und Fettigem, da wir hier lernten, wie schlecht diese Sachen für uns sind. Jetzt sind wir schon fast 6 Wochen hier und haben schon mehr als 7 kg abgenommen. Darauf sind wir sehr stolz. Wenn wir wieder zu Hause sind, kann jeder sehen, wie stark wir geworden sind. Jeder von uns hat viele Freunde gefunden, die wir am liebsten nach den 6 Wochen mit nach Hause nehmen würden.

Wir würden jedem empfehlen nach Hochried zu kommen und abzunehmen! Es ist zwar ein harter Weg mit viel Heimweh und Anstrengung, aber wenn man an sich glaubt, schafft man alles!!!

 

Ihre Ansprechpartnerinnen für die Aufnahme

Klinik Hochried Ansprechpartner

KJF Rehaklinik für Kinder und Jugendliche

Patientenaufnahme

Irmgard Auer
info@klinikhochried.de

Tel  +49 (0)8841 474-1002
Fax  +49 (0)8841 474-1011
Klinik Hochried Ansprechpartner

KJF Rehaklinik für Kinder und Jugendliche

Patientenaufnahme

Sabrina Mross
info@klinikhochried.de

Tel  +49 (0)8841 474 -1004
Fax  +49 (0)8841 474-1011

Kontakt

Klinik Hochried
Zentrum für Kinder,
Jugendliche und Familien
Hochried 1 - 12
82418 Murnau


Image   08841 / 4 74-0
Image   08841 / 4 74-2111
Image   info@klinikhochried.de

     
Image   Image